Terminal 3 – Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn
Am 22. April 2026 wurde das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen eröffnet.
Inmitten eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas entstand ein Gebäudekomplex, der in einer ersten Stufe eine Abfertigungskapazität von 19 Millionen Passagieren hat. Mit glamourösen Feiern sollten dabei eklatante Fehlprognosen und Fehlentscheidungen zu Lasten der Umwelt, der Steuerzahler und der Gesundheit und Lebensqualität der Flughafenanwohner verschleiert werden.
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Die Baukosten explodierten von prognostizierten € 2,5 Mrd. auf € 4 Mrd., wobei unter anderem die Kosten für eine – immer noch fehlende – Autobahn- und S-Bahn-Anbindung sowie der Parkhäuser nicht enthalten sind. Ein Kapazitätsbedarf wird nur dadurch geschaffen, in dem mit der Eröffnung von Terminal 3 zeitgleich Terminal 2 für mindestens 10 Jahre geschlossen wird. Hier droht durch eine geplante Sanierung ein weiteres Milliardengrab.
Die Ausbauprognosen für den Frankfurter Flughafen haben sich durch zahlreiche Krisen und Konkurrenz-Drehkreuze geradezu pulverisiert. Bis 2019 sollten über 700.000 Flugbewegungen stattfinden, mit denen mehr als 90 Millionen Passagiere befördert werden. Für das Jahr 2026 werden etwa 450.000 Flugbewegungen und 63 Millionen Passagiere erwartet, wobei die Risiken eines Kerosinmangels und weiterer globaler Krisen und damit eines Einbruchs der Passagierzahlen und Flugbewegungen nicht eingepreist sind. Die zahlreichen Versuche des Flughafens, durch Rabatte, insbesondere an Billigflieger wie Ryanair ein Wachstum künstlich zu erzeugen, sind kläglich gescheitert. Ryanair hat die Subventionen einkassiert und mit Ablauf des Rabattprogramms den Standort Frankfurt wieder verlassen. Ohnehin wird der Luftverkehr allein in Deutschland mit jährlich ca. € 12 Mrd. durch die Befreiung von der Kerosinsteuer und der Mehrwertsteuer auf internationale Flüge subventioniert.
Am Schlimmsten wiegt jedoch, dass die Wachstumsfantasien der Fraport AG, die überwiegend im Eigentum des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt steht, mit einer Zerstörung von Umwelt, Klima sowie der Gesundheit und Lebensqualität der Flughafenanwohner durch Fluglärm, CO2 und Schadstoffe einhergeht. „Der globale Luftverkehr ist inzwischen für ca. 6 % des Klimawandels verantwortlich“ hebt Dr. Lars Nevian, 1. Vorsitzender der Initiative Klima-, Umwelt- und Lärmschutz im Luftverkehr e.V. („IKUL“) hervor „ und ist für zahlreiche Erkrankungen durch Fluglärm und Ultrafeinstäube wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebserkrankungen ursächlich“.
Aus Sicht unseres Vereins ist der Bau von Terminal 3 daher ein Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn.