SWR 3 Aktuell am 15. Oktober 2026

 

Unser Verein in SWR Aktuell: Vermeidbarer Fluglärm durch zu früh ausgefahrene Fahrwerke und Landeklappen

Am 6. Oktober 2026 erhielt unser Vorsitzender Lars Nevian Besuch von einem Kamerateam des SWR. Im Mittelpunkt stand ein seit Jahren bekanntes, aber noch immer ungelöstes Problem am Frankfurter Flughafen: das vorzeitige Ausfahren von Fahrwerken und Landeklappen bei landenden Flugzeugen.

Nach unseren Schätzungen betrifft dies mindestens 50 Flugzeuge täglich, die den Frankfurter Flughafen ansteuern. Für die Menschen unter den Anflugrouten, insbesondere in Mainz und weiteren Teilen des Rhein-Main-Gebiets, bedeutet dies eine zusätzliche, vielfach vermeidbare Lärmbelastung.

Vorsitzender Lars Nevian

 

Beim Landeanflug entsteht Fluglärm nicht nur durch die Triebwerke.

Auch die Luftströmung um das Flugzeug verursacht Lärm. Werden Fahrwerk und Landeklappen ausgefahren, erhöhen sich der Luftwiderstand und die Verwirbelungen erheblich. Besonders das Fahrwerk mit seinen Rädern ist eine erhebliche Lärmquelle.

Dieser zusätzliche Lärm lässt sich reduzieren, wenn Fahrwerk und Landeklappen erst dann ausgefahren werden, wenn es für eine sichere Landung zwingend erforderlich ist. Dies ist – in Abhängigkeit vom Flugzeugtyp und den Wetterbedingungen – ca. 5 bis 7 KM vor dem Aufsetzpunkt der Fall.

Wie sich ein späteres Ausfahren technisch umsetzen lässt, wurde bereits am Frankfurter Flughafen untersucht.

Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte Assistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) unterstützt Piloten dabei, den Landeanflug möglichst lärmarm und treibstoffsparend durchzuführen. Es wird jedoch noch viele Jahre dauern, bis dieses System serienmäßig verbaut wird. Noch entscheidender wird jedoch sein, ob es an Flugzeugen nachrüstbar ist und ob diese Nachrüstung von den Airlines in Auftrag gegeben wird.

Ein Forschungsprojekt könnte künftig für eine Lösung des Problems (zumindest teilweise) sorgen.

Die Hochschule RheinMain untersucht im Projekt ULFF („Untersuchung zum Landeanflugverhalten am Flughafen Frankfurt am Main“), wann und an welchen Orten anfliegende Flugzeuge ihr Fahrwerk ausfahren.

Dafür werden Kamerabeobachtungen mit digitalen Flugverfolgungsdaten kombiniert. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll künftig möglichst automatisiert erfasst werden können, bei welchen Flugzeugen und an welchen Positionen das Fahrwerk ausgefahren wird. Damit ließen sich Unterschiede zwischen einzelnen Anflügen und Flugzeugtypen systematisch untersuchen.Das Forschungsprojekt wird vom Land Hessen finanziert. Wie wir erst durch den SWR-Beitrag erfahren haben, soll die Hochschule RheinMain bis Ende 2026 einen Bericht vorlegen. Wir erwarten mit Interesse, welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden und ob sich daraus konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Fluglärms ableiten lassen.

Der Beitrag mit unserem Vorsitzenden Lars Nevian wurde am 15. Oktober 2026 in SWR Aktuell Rheinland-Pfalz ausgestrahlt und ist derzeit noch in der ARD-Mediathek verfügbar. Der Bericht beginnt etwa bei Minute 12:00.

Bei solchen Fernsehaufnahmen werden zahlreiche Fragen zu unterschiedlichen Aspekten des Fluglärms gestellt. Welche Aussagen schließlich gesendet werden, erfuhren Lars Nevian und die Zuschauenden erst bei der Ausstrahlung. Dieses Mal wurde erfreulich wenig gekürzt. Bei früheren Beiträgen kam es dagegen durchaus vor, dass durch starke Kürzungen wichtige Zusammenhänge verloren gingen.

Solche Beiträge sind wichtig, um die Öffentlichkeit weiterhin auf die Belastungen durch den Flugverkehr aufmerksam zu machen. Denn gerade beim vorzeitigen Ausfahren der Fahrwerke und Landeklappen geht es um Lärm, der in vielen Fällen vermeidbar wäre, ohne die Sicherheit des Flugverkehrs zu beeinträchtigen.

SWR Aktuell: Vermeidbarer Fluglärm durch zu früh ausgefahrene Fahrwerke und Landeklappen

Hochschule RheinMain – Forschungsprojekt ULFF. Offizielle Projektbeschreibung mit Untersuchungsmethodik, Finanzierung und Einsatz künstlicher Intelligenz.